Personal Branding – Dein Image, Deine Marke, Dein Vorteil?

Personal Branding

Personal Branding, auch Personenmarketing oder Selbstmarketing, ist an sich nichts Neues. Dennoch wird es im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung von immer größerer Bedeutung. Wer hat sich schon einmal selbst gegoogelt und dann kein einziges passendes Ergebnis erzielt? Sicher nur die Wenigsten. Laut einer Bitkom Studie gibt jeder fünfte deutsche Internetnutzer mindestens einmal im Monat seinen eigenen Namen in eine Suchmaschine ein. Das wäre sicher nicht so, wenn es da nichts zu finden gäbe.

 

Allgemein dient Personal Branding dem Aufbau einer Marke um die eigene Person. Es geht also ums Image. Wer bin ich, was kann ich, wie unterscheide ich mich von anderen.

Ansehen, Erfolg, Persönlichkeit. Selbstinszenierung, Ich-AG. Ja, vielen kommt bei diesen Begriffen eine selbstbezogene und aufgeplusterte Persönlichkeit in den Sinn. Wer am lautesten schreit, gewinnt? Ganz so funktioniert es mit dem Personal Branding zum Glück nicht, zumindest meistens. Sicher muss man dafür sorgen, wahrgenommen zu werden. Aber das ‚was‘ ist immer noch etwas wichtiger als das ‚wie laut‘. Schließlich sind es gerade die Inhalte, die ein Image beeinflussen – Stichwort Content Marketing.

 

Für wen ist Personal Branding relevant?

Eine gute Reputation im Internet ist in vielen Situationen Goldwert. Besonders von Personal Branding profitieren können natürlich Selbstständige und Jobsuchende. Aber auch für Arbeitnehmer in einer festen Anstellung kann es einige Vorteile bieten. Ein kleiner Überblick, wer sich um sein Selbstmarketing Gedanken machen sollte.

Selbstständige: Für Selbstständige ist das Personal Branding besonders wichtig, schließlich hängen ihre Aufträge und Einnahmen stark von ihrer Sichtbarkeit und Reputation ab. Sich im Netz als Experte im eigenen Fachgebiet zu etablieren, kann ein wichtiger Faktor sein. Einen professionellen Blog zu betreiben ist dazu eine beliebte Methode.

Jobsuchende: Wer auf der Suche nach einem neuen Job ist, sollte sich bewusst sein, dass auch Personaler gerne mal die Namen der Kandidaten bei Google durchlaufen lassen. Was sie dabei finden beeinflusst ihren Eindruck und damit die Chancen des Bewerbers. Sowieso sollte am Anfang der Jobsuche das XING- bzw. LinkedIn-Profil aktualisiert und optimiert werden.

Bewerber können jedoch nicht nur ihre Darstellung im Internet beeinflussen, um einen positiven Eindruck bei potenziellen Arbeitgebern zu hinterlassen. Auch die Form der Jobsuche und der Vorgang beim Bewerben spielt im Selbstmarketing eine Rolle.

Arbeitnehmer: Für Festangestellte kann sich Selbstmarketing spätestens dann bezahlt machen, wenn sie sich um eine Beförderung bemühen. Die große Kunst hierbei ist, die eigenen Leistungen zu kommunizieren, ohne dabei wichtigtuerisch zu wirken. Auch ein gut gepflegter berufsrelevanter Themenblog könnte als Beleg für ausreichende Kompetenz dienen. Auch das Sammeln von Arbeitsproben, wie Pressetexten, Grafiken, Konzepten oder Veröffentlichungen kann sich bezahlt machen. Und wer etwas vorsorglich denkt und gerne weiter in die Zukunft schaut, kann so auch einen eventuellen späteren Jobwechsel vorbereiten und erleichtern. Schließlich ist die Reputation eines Unternehmens nicht komplett unabhängig von der seiner Mitarbeiter.

 

Gründe, die für Personal Branding sprechen

Zusätzlich zu den bisher aufgeführten Argumenten gibt es noch ein paar weitere Gründe, weshalb Personal Branding sinnvoll sein kann. Viele Menschen schlussfolgern aus der Suchbarkeit bzw. aus den Suchergebnissen ihrer Person im Internet, dass sie möglichst viel dafür tun sollten, um ihren digitalen Fußabdruck zu verkleinern und möglichst wenig sichtbar zu sein. Also möglichst keine Internetpräsenz zu haben. Allerdings lässt sich so nicht mehr beeinflussen, was von anderen über einen im Internet verbreitet wird. Auch dazu nutzt Personal Branding. Und ist eine positive Präsenz nicht besser als gar keine Präsenz?

Ein eindeutiger Vorteil kann es auch sein, gefunden zu werden statt suchen zu müssen. Es ist durchaus schon vorgekommen, dass ein Unternehmen auf einen Blog aufmerksam geworden ist, und dem jeweiligen Blogger infolgedessen einen Job angeboten hat.

Nicht zuletzt beinhaltet Personal Branding häufig die Erstellung wertvollen Contents und andere Tätigkeiten, durch die man sich selbst Wissen und Fähigkeiten aneignet, die man andernfalls nicht erlangt hätte. Es dient also auch der persönlichen Weiterentwicklung.

 

Wann man es mit dem Personal Branding vielleicht doch lassen sollte

Trotz aller Vorteile gibt es einige Dinge, derer man sich vor dem Aufbau seiner Marke bewusst sein sollte. Der Aufbau einer Personal Brand braucht Zeit und Geduld. Wer davon nicht genug hat, wird wahrscheinlich nicht sehr weit kommen. Denn kontinuierlich guten Content zu erstellen, der einen Mehrwert für die eigene Zielgruppe bietet, geht mit einem relativ großen Aufwand einher. Und die Erfolge werden sich nicht sofort, sondern erst langfristig zeigen. Hier ist Durchhaltevermögen gefragt.

Auch für stark introvertierte Persönlichkeiten könnte Personal Branding nicht das Richtige oder zumindest sehr schwierig sein. Es handelt sich schließlich um eine kommunikative Tätigkeit, und eine reine Online Aktivität reicht auch hier für dauerhaften Erfolg nicht aus.

Der letzte schwierige Aspekt liegt in der allgemeinen Natur des Branding. Wer eine Marke für sich aufgebaut hat, ist damit ziemlich festgelegt. Eine spätere Umorientierung bei beruflichem Richtungswechsel ist noch möglich, aber nicht gerade einfach. Deshalb ist es besonders wichtig, die richtigen Themen und Schwerpunkte zu wählen. Wer beruflich noch nicht gefestigt genug ist und sich möglichweise noch in der Selbstfindung aufhält, sollte seinen Markenaufbau vielleicht besser noch aufschieben, um sich nicht unnötig Wege zu verbauen.

 

Wie baue ich meine Marke auf?

Wie bei vielem gilt auch im Personal Branding: authentisch bleiben. Außerdem ist ein gutes Netzwerk von großer Bedeutung. Eine persönliche Website erleichtert zusätzlich die Auffindbarkeit im Internet. Es gibt viele Ratgeber und Artikel zu Personal Branding. Wer sein Selbstmarketing mit mehr Informationen als Tipp-Listen in Karriereblogs vorbereiten möchte, ist mit dem Guide von Quicksprout gut beraten. Der Leser wird in acht Kapiteln durch die wichtigsten  Schritte beim Aufbau seiner Marke geführt. Es gibt sogar komplette Onlinekurse zum Personal Branding, beispielsweise auf der Plattform Coursera.

 

Das Personal Branding wichtig sein kann, ist nicht zu bestreiten. Wie und in welcher Form es für Dich persönlich sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern ist unter anderem von Deinem aktuellen Karrierestand und Arbeitsverhältnis abhängig. Falls Du Dich in einer Situation befindest, in der Personal Branding von sicherer Relevanz ist, dann lasse Dich nicht von den bevorstehenden Aufgaben, Maßnahmen und Hindernissen abschrecken. Ja, es bedeutet Arbeit. Aber es lohnt sich.

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