Swipe-Hype: die Ausbreitung des Tinder Prinzips

Swipe Hype: Smartphone mit Apps zum swipen

Nach rechts wischen heißt „gut“, nach links wischen heißt „schlecht“. Kommt Dir bekannt vor? Vielleicht sogar, obwohl Du selbst kein Nutzer der berühmt-berüchtigten Dating App bist?

Natürlich ist die Rede von Tinder. Das Prinzip der App basiert auf Bewertung per Wischen (bzw. swipen) nach links und rechts und dem Match bei gegenseitigem Interesse. Ganz einfach.

So einfach, dass es auch gut übertragbar ist. Man kann sich inzwischen nicht nur zum nächsten Date swipen, sondern auch zum nächsten Urlaub, zur neuen Handtasche, zum neuen Job, zur perfekten Playlist etc. Wen die Swipe-Sucht gepackt hat, der findet reichliche Möglichkeiten zum Austoben. Hier einige Beispiele, welche Dinge Du auf Deinem Smartphone per „Top-oder-Flop“-Entscheidung erledigen, entdecken und ausprobieren kannst:

News & Infos

Die App Something Good bietet einen Filter in der Informationsflut des Internets. Die App zeigt Dir beliebte Artikel, die per Algorithmus aus dem Twitter-Feed gezogen werden. Diese können dann mit einem Swipe als uninteressant oder gefällt mir – bitte mehr davon markiert werden. Diese Zuordnungen beeinflussen dann auch, welche Artikel Dir zukünftig angezeigt werden. Shuffle funktioniert ähnlich, nur stellt man dort vorher seine Interessen ein und kann zusätzlich eine Leseliste erstellen.

Jobsuche

Auch Jobsuche geht per Tinder Prinzip. In der truffls App werden dem Bewerber auf sein Profil passende Stellenanzeigen vorgeschlagen. Bei Interesse und einem entsprechenden Wisch nach rechts wird das jeweilige Unternehmen benachrichtigt und erhält ein anonymisiertes Kurzprofil des Kandidaten. Ist es ebenfalls interessiert, kommt es zum Match.

Wenn dann im neuen Job der erste Urlaub ansteht, kann man natürlich auch diesen per Swipe planen.

Reiseplanung

Die Nightswapping App erinnert etwas an Couchsurfing. Der Grundgedanke: eine Unterkunft ohne Austausch von Geld, ganz so, als ob man bei Freunden unterkommen würde. Dafür gibt es ein „Nächtekonto“, auf dem man Nächte sammelt, indem man andere Nutzer bei sich aufnimmt. Diese Nächte lassen sich dann im nächsten Urlaub für die Unterkunft bei jemand anderem „ausgeben“. Bei wem Du wohnst und wen Du bei Dir selbst aufnehmen willst, wird – Überraschung! – per Swipe und Match entschieden.

Du weißt schon, wo Du hinwillst, Dir fehlt nur noch die Begleitung? Auf Tripr findest du Reisepartner und hilfsbereite Locals. Einfach das Reiseziel wählen, Kontakte vorgeschlagen bekommen, swipen und in Kontakt treten.

Freizeit

Mit Heute in Hamburg können sich Partygänger und Kulturliebhaber durch Veranstaltungsvorschläge swipen. Das passende Outfit für den Abend wird auf Swipy gefunden und die Playlist für den Hinweg in der Choosic App.

Wer statt bei Veranstaltungen lieber mit dem Hund unterwegs ist, der findet neue Kontakte auf Twindog – ob für den Hund oder sich selbst.

Politik

Selbst die Politik bleibt vom Swipe-Hype nicht unbeeinflusst. Tinder selbst hat extra für die US-Wahlen eine neue Funktion. Swipe the Vote funktioniert wie in Deutschland der Wahl-O-Mat. Nach entsprechendem Links- oder Rechtswischen zu verschiedenen politischen Themen schlägt die App einen der Kandidaten vor.

 

Wie sinnvoll ist dieses Konzept nun letztendlich? Das häufigste Contra-Argument bei dem Swipe-Prinzip nach dem Vorbild von Tinder ist wohl die Oberflächlichkeit. Sicher: was schnell und einfach geht, ist automatisch auch oft etwas oberflächlich. Wie zutreffend und wie negativ das ist, hängt jedoch auch stark vom Anwendungsbereich ab.

Ob und welche dieser Apps für Dich geeignet sind, probierst Du am besten selbst aus. Etwas Daumentraining kann ja nie schaden.

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